
Markus und ich haben es geschafft bewaffnet mit 6 Blechen ( = 3 deutsche Bleche) Apfelstreuselkuchen und hausgemachten Käsespätzle Deutschland vor gut 70 Leuten vorzustellen. Etwas chaotisch (ich hatte mich wirklich gar nicht auf die Präsentation vorbereitet und kannte gerade mal die Hälfte der Folien, die Markus zu einer Präsi zusammengebastelt hatte), aber es scheint funktioniert zu haben – wir wurden weder ausgebuht, noch ist jemand mit einer Lebensmittelvergiftung im Krankenhaus gelandet. Insofern nenne ich das eine gelunge Vorstellung… mal abgesehen davon, dass wir erst am Tag zuvor die Zutaten einkaufen konnten, bis 4 Uhr morgens an den Kuchen gesessen haben, deren halber Teig zudem nicht in der Form, sondern an unserer Wohnzimmerwand gelandet ist, dass MANN, denn es ist ja Männerarbeit, die 3 Säcke Röstzwiebli hat verbrennen lassen, da sie auf dem Herd viel heller ausschauen als auf dem Teller, dass der Spätzleteig sich nicht richtig zu Spätzle verarbeiten ließ und wir nach Tüten mit Löchern und mehreren Sieben, Spätzleklumpen im kochenden Wasser zerhacken mussten, dass wir mehrere Brand- und Schnittwunden davon getragen haben, dass moi anstatt 7000 g 700 g Käse auf den Einkaufszettel geschrieben hatte und wir somit jemanden losschicken mussten, der (die) uns einen Mozzarella brachte, der gerade mal schlappe 91 Dollar kostete, da kein Ami mit Auto in Reichweite war und es bis auf den Drogenladen nur einen Feinkostladen downtown gibt, dass wir ganze 10 (11, 12…) Mal den Feueralarm auslösten, selbst nachdem die Alarmanlangen entfernt wurden und dass wir zum krönenden Abschluss ganze 5 Stunden des restlichen Tages damit verbrachten, Decken, Wände, Boden, Töpfe, Schüsseln, Pfannen, Besteck… grundzureinigen. Ja, bis auf diese Kleinigkeiten war es wirklich eine gelungene Präsentation!

Trotz etlicher Deadlines und akutem Schlafmangel, konnte ich es mir heut abend dennoch nicht entgehen lassen, dem Mythos von Hooters nachzugehen. Da ich bisher nur in dem Film “Big Daddy” davon gehört hatte, war ich ziemlich überrascht, dass dieses “Restaurant” wirklich existiert. Für den, der es nicht kennt, gibt es nun ein kleine Erläuterung: es handelt sich hierbei um ein “Familienrestaurant” dessen Kundschaft zu 95% männlich ist, die Bedienung zu 100% weiblich nicht älter als 28 und mit einem IQ von 10 (wenn man unsere Bedienung als Maßstab nimmt
) und die Uniform der Waitresses aus weißen Stulpen, Strumpfhosen, kurzen Höschen und engen Shirts besteht. Mehr muss man nicht wissen.
Für die drei Jungs, mit denen ich unterwegs war, war es das Paradies, Kristan und ich fühlten uns ziemlich “angezogen” im Gegensatz zu den Waitresses und haben beschlossen – wer jetzt, in diesem Moment, dem Irrtum verfallen ist, wir hätten uns um eine Stelle beworben und uns auch eine Uniform zugelegt, der liegt falsch und sollte sich zutiefst schämen!! – nein, wir haben beschlossen, Hooters for Girls zu eröffnen, natürlich mit der besseren Geschäftsidee, besserem Essen, besserem Ambiente, einfach allem besser!
Der Abend war aber wirklich lustig, nicht zuletzt, weil American Footballabend war und ganz Indianapolis sich versammelt hatte, um bei Hooters die Übertragungen zu schauen, man kommt sich vor wie bei German Football
und die Sangria war einfach klasse!
Damit war der Abend aber noch nicht beendet, denn schließlich mussten wir ja noch nach Hause kommen…und DAS hätte mich beinahe 2 Mal hintereinander das Leben und einmal meinen Mageninhalt gekostet…jaha
als erstes war Kristan am Steuer und eigentlich liegt es mir fern über Autofahrer meines Geschlechts zu schimpfen, aber man kann doch nicht gleich zwei Mal hintereinander rote Kreuzungen überfahren… die Amis haben zwar Fahrenheit, pounds, feet, miles, cups, aber trotzdem heißt eine rote Ampel immer noch Stehenbleiben, selbst hier!! Na ja, da dachte man als wir auf den Parkplatz einfuhren, das Schlimmste wäre überstanden, aber da lagen wir völlig falsch…Kristan tauschte den Platz mit Markus, der schon den ganzen Abend Auto fahren wollte und es, nachdem er das Fenster repariert hatte, auch endlich durfte (FATALER FEHLER!). Kaum saß er hinterm Lenkrad düste er mit 100 Sachen über den zum Glück leeren Parkplatz, drehte das Auto wie ein Wirbel im Kreis und machte die eine oder andere Vollbremsung. Udbahv und Bryant jubelten, Kristan und ich kreischten was das Zeug hielt und plötzlich standen wir in unserer Parklücke. Von dieser ereignisreichen Fahrt hab ich mich mittlerweile wieder erholt und werde auch weiterhin in Autos einsteigen … es sind also keine bleibenden Schäden entstanden